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Stadt- und Regionalbibliothek, Uster
Werbung im Kino, Kino-Dia z.B. für die Kulturförderung der Stadt Uster.Bei dem Historischen Autofriedhof Gürbetal handelt es sich um ein Teilgelände des Autoverwertungsbetrieb Messerli Autoverwertung GmbH in der Gemeinde Kaufdorf im Schweizer Kanton Bern. Der Autofriedhof stellt eine Ansammlung von über 1.000 Autowracks und etwa 400 Motorrädern aus den 1930er bis 1970er Jahren dar, die durch Presseberichte internationale Bekanntheit erlangte.
Der gelernte Zimmermann Walter Messerli begann 1933 mit dem Handel gebrauchter Automobilersatzteile. Dazu kaufte er ausgediente Fahrzeuge auf, baute wiederverwertbare Teile aus und stellte die Karosserien auf das landwirtschaftliche Anwesen seiner Eltern. Eine Gesetzgebung, die das aus Umweltschutzgründen einschränken würde, existierte nicht. Da sich Nachbarn durch den Anblick der Fahrzeugwracks gestört fühlten, musste Messerli auf Anordnung der Gemeinde Bäume als Sichtschutz pflanzen. 1975 übernahm Franz Messerli den Betrieb von seinem Vater und führte das Unternehmen weiter. Die inzwischen ansehnliche Ansammlung ausgeschlachteter Fahrzeuge mit dem Schwerpunkt 1940er bis 1960er Jahre, die teilweise bereits in verwildertem Pflanzenwuchs versanken, ist dem sowohl das Verkehrshaus Luzern wie auch das Historische Museum Bern einen kulturhistorischen Wert attestierten.
Fahrzeuge
Neben ganz alltäglichen Fahrzeugen der
1940er bis 1960er wie Auto Union, Volkswagen, Mercedes, Ford, Opel,
Lloyd, Goliath, Fiat, Peugeot oder Citroen sind auch exotische Autotypen
wie Studebaker, Mercedes-Benz 190 SL Roadster, Panhard, Sunbeam oder
Buick auf dem Autofriedhof Gürbetal in Kaufdorf abgestellt.Aber auch
Sonderaufbauten und -Karosserien - z. B. ein Peugeot 203 Cabriolet mit
Worblaufen-Karosserie oder ein VW-Bus mit seltenem Beutler-Aufbau - und
selbst Fahrzeuge des Ostblocks wie Framo oder Tatra finden sich auf dem
Gelände. Kaufangebote für einzelne Wracks oder deren zum Teil sehr
wertvolle Ersatzteile wurden durch den Autoverwerter Messerli bisher
abgelehnt. „Ich sehe den Autofriedhof wie ein Puzzle. Fehlt auch nur ein
einziges Teilchen, ist es nie mehr vollständig“ meinte Messerli dazu.
Da die Messerlis der Öffentlichkeit den Zutritt verwehrten, wurden die
Kaufdorfer Autos nicht geplündert oder gar vandaliert und blieben,
abgesehen vom natürlichen Verfall, oft vollständig erhalten - anders als
auf ähnlichen bekannt gewordenen Plätzen wie etwa Kyrkö Mosse in
Schweden oder in einem Wald bei Châtillon (Belgien). Auch das Klima
scheint in Kaufdorf etwas günstiger gewesen zu sein; die dortigen Autos
wirkten noch nicht so stark vom Rost angegriffen.
Räumungsbefehl
Der historisch gewachsene
Verwertungsbetrieb erfüllt nicht die inzwischen geltenden Bundes- und
Kantonsvorschriften. Nach Interventionen des Kantons ab Frühjahr 2000
erging durch die Gemeinde Kaufdorf 2004 ein Massnahmenkatalog an den
Betreiber. Darin wurden auch aus Umweltschutzgründen die Räumung des
Autofriedhofs und die Sanierung des Geländes angeordnet. Neben Messerli
wehrten sich auch Oldtimerfreunde gegen den Räumungsbefehl. Die
juristische Auseinandersetzung zwischen Messerli und der Gemeinde
Kaufdorf sowie die Lösungssuche für den Erhalt des Autofriedhofs, z.B.
als eine Art Freilichtmuseum, fand ein internationales Medienecho.
Nationale Kunstausstellung
In den Jahren 2007 und
2008 wurde vom Förderverein Historischer Autofriedhof Gürbetal auf dem
Autofriedhof eine nationale Kunstausstellung mit namhaften Ausstellern
und Sponsoren veranstaltet. Das Gelände wurde dafür für die erwartete
hohe Besucherzahl vorbereitet. Über Bereiche, in denen die Autowracks
dicht an dicht abgestellt sind, wurden Fussgängerstege gebaut. In den
zwei Jahren besuchten über 30’000 Menschen die Ausstellung und den
Autofriedhof. Nach Abschluss der Ausstellung nahm deren Organisator,
Heinrich Gartentor, in einer Kolumne Stellung zu der Auseinandersetzung
zwischen Messerli und der Gemeindeverwaltung.
Mit dem Ausverkauf endet die Geschichte des Autofriedhofs Gürbetal in Kaufdorf (Bern).
Trotz
des weltweiten Echos und Konzepten eines Erhalts des Autofriedhofs hat
die Gemeinde Kaufdorf der Umnutzung nicht zugestimmt. Sie bemängelt die
nicht erfüllten Umweltauflagen und eine ungesicherte Finanzierung. Der
Förderverein vermutet Rache als Teilmotiv der Gemeinde, da es in den
vergangenen Jahrzehnten zu rund hundert juristischen
Auseinandersetzungen zwischen der Familie Messerli und der Gemeinde bzw.
Anwohnern kam. Falls kein neues Umnutzungskonzept eingereicht wird,
muss die Anlage bis März bzw. September 2009 geräumt werden. Während der
Förderverein nach eigener Angabe den Räumungsentscheid akzeptiert,
verweigert Messerli nach wie vor die Räumung und liess die Frist bis
Ende März 2009 ungenutzt verstreichen.
Kurz darauf signalisierte Messerli ein Einlenken in den Räumungsbefehl. Zunächst versuchte er vergeblich, sämtliche Fahrzeuge des Autofriedhofs „en bloc“ zu versteigern. Das geforderte Mindestgebot lag bei 1,09 Millionen Schweizer Franken. Die Räumung des Geländes erfolgt seit dem 19. September 2009, dabei wurden die vorhandenen Fahrzeuge einzeln und ohne Mindestgebot versteigert. Aus dem In- und Ausland pilgerten Autofans zur Versteigerung von über 800 Oldtimer-Wracks auf dem Autofriedhof im bernischen Kaufdorf. Das höchste Gebot bis am Mittag betrug 17'000 Franken für einen Mercedes aus dem Jahr 1955.